Interview: PLOCK!-Macher Thomas Lötz
Es war das schönste Golfheft in diesem Land – aber leider keine Erfolgsgeschichte. Das Magazin PLOCK! unter der Leitung des Hamburgers Thomas Lötz war im Dezember 2006 das letzte Mal am Kiosk. Dann war Schluß. Im Internet sollte es weitergehen, doch auch unter www.plockmag.com heißt es nun seit einigen Tagen

Schade! Woran lag´s, Thomas Lötz?
Thomas Lötz: Es hätte weitergehen können. Doch dazu hätten wir, wie auch geplant war, ausbauen und unsere Seite um quotensteigernde Applikationen erweitern müssen – vulgo: Web 2.0. Dieser Ausbau hätte einen fünfstelligen Betrag verschlungen, darüber hinaus hätten wir weitere Gelder für den Betrieb der Seite, also Redaktion, Fotorechte, Reisen usf. benötigt – PLOCKmag.com sollte ja kein Hobbykeller sein. Sicher hätten wir unsere Seitenabrufe auch in den Millionenbereich bringen können. In Ermangelung golfgeiler Private-Equity-Besorger hatte ich bei meinen Gesprächen mit den in Frage kommenden Unternehmen, die die Seite qua Anzeigen refinanzieren hätten sollen, den Eindruck, dass die das Internet nicht als geeignete Plattform für ihre Werbeaktivitäten betrachten und mit “ehrlicher” Lesermeinung zudem so ihre Probleme haben. Beim staatstragenden www.golf.de tut sich trotz 11,5 Millionen Seitenabrufen monatlich ja auch nicht gerade wahnsinnig viel in Sachen refinanzierende Werbung. Und auf Martin Kaymers ersten Masters-Sieg zu warten, erschien mir bei allem Respekt vor Kaymer dann doch als zu großes Risiko.
Mal abgesehen von der Entscheidung Deines ehemaligen Verlages Delius Klasing, das gedruckte PLOCK! einzustellen: Gibt es noch Platz für eine weitere Golfzeitschrift in Deutschland?
Thomas Lötz: Wie man in jedem Sekretariat einer Golfanlage oder am Bahnhofskiosk sehen kann, gibt es eine Menge Platz für bezahltes oder frei verteiltes Golfgedöns – allerdings nicht für journalistisch getriebene Formate. Das war das, was ich mit PLOCK! machen wollte. Unser entscheidendes Problem war, dass das weder genügend Anzeigenkunden noch Leser interessiert hat. Das galt es zu akzeptieren.
Bleibst Du in Sachen Golfmedien am Ball? Falls ja: Wohin geht die Reise?
Thomas Lötz: Die Reise ist, um im Bild zu bleiben, so gut wie beendet. Ich berate den “Stern” redaktionell bei der Erstellung seiner Golfbeilage, die im kommenden Frühjahr erscheinen wird – das war’s dann.
Sicher liest Du regelmäßig Golfblogs im Internet. Können sie ein Heft oder redaktionell gestützte Berichterstattung im Internet ersetzen?
Thomas Lötz: Ich lese bis auf eine Ausnahme ausschließlich – wie du das nennst – “redaktionelle gestützte” Seiten oder Blogs. Was Besseres habe ich bis dato nicht gefunden. Da ich davon ausgehe, dass Blogging in der Masse und damit, wie in James Surowieckis Buch “The Wisdom of Crowds” nachzulesen, auch in der Qualität zunehmen wird, ist es durchaus möglich, dass Blogs künftig die traditionelle Golfberichterstattung bereichern. Ersetzen werden sie sie auf absehbare Zeit nicht, auch wenn sich das der ein oder andere angesichts der hiesigen Golfberichterstattung in Zeitungen und Magazinen wünschen würde.
Das liest Thomas Lötz im Internet:
- www.golfobserver.com,
- Beiträge von John Garrity und Alan Shipnuck auf www.golf.com,
- www.golf365.com,
- Beiträge von Lawrence Donegan auf www.guardian.co.uk,
- Beiträge von Lewine Mair auf www.telegraph.co.uk,
- Bill Elliotts Geschichten auf www.oberserver.co.uk,
- Peter Dixon und John Hopkins auf www.timesonline.co.uk,
- www.geoffshackelford.com
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