Lektionen in Demut

Der Sprechgesangkünstler Thomas D. hat vor einigen Jahren ein Album mit dem Titel “Lektionen in Demut” aufgenommen. Das sollten Dennis und ich uns nun wohl mal zulegen und gründlich durchhören. Lars – genau wie ich Herausforderer um den Hubert-Cup am vergangenen Wochenende – hat uns deutlich gezeigt, wer in diesem Wettkampf Kaymer und wer Strüwer ist. Dennis ist den Pokal nun erst einmal los und ich, der ich Lars vor einigen Wochen auf dem Platz des Golfclubs Herzogstadt Celle noch mit einem Schlag Vorsprung nach 18 Löchern in die Schranken wies, habe den Pott nun also noch immer kein einziges Mal zu Hause gehabt.  

Das Ergebnis in Kürze: 2 Runden auf dem 9-Loch Kurzplatz von Sepp Mayer in Pankow waren zu spielen. Lars ging beide Runde jeweils mit einer 34 (und damit 4 über Par). Dennis und ich brachten es jeweils auf einen Schnitt von 38 Schlägen. Soweit so gut, nun kommt die Sache mit der Demut: Lars verließ die Runde nach dem Match mit den Worten “Übt ruhig noch ein wenig. Wer 33 schafft, bekommt den Cup kampflos”. Der Sonnenbrand ist nun abgeklungen, der längste Golf-Samstag meines Lebens zu Ende – und natürlich haben Dennis und ich den Score nicht unterbieten können. Und bei Gott, wir haben es versucht! Mehr mag ich dazu nicht schreiben.

Einige Sätze zum Kurzplatz: Die Bahnen in Pankow sind in der Tat zumeist kurz, das Holz kommt höchstens an zwei Bahnen sinnvoll zum Einsatz. Pflegezustand und insbesondere die Grüns sind prima. Die teilweise heftigen Wasserschäden vom Frühjahr sind hier und da noch zu sehen, kommen aber nicht ins Spiel. Mit 16 Euro für die Runde ist das Greenfee angemessen, aber auch nicht billig. Die Greenkeeper kümmern sich, sind aber – das gehört offenbar zu einem öffentlichen Platz dazu – wirklich stumpfe Gesellen, die uns zum Teil mit fünf lauten Miniautos umkreisten und wild entschlossen unsere Bahn pflegten, derweil acht andere Bahnen frei von Spielern waren. Die Gastronomie ist schlicht und angenehm dünkelfrei. Die Drivingrange ist günstig, bietet dafür aber nur Mattenabschläge*.

Fazit: Auf die 9-Loch-Anlage “am Flies” in Berlin darf jeder – und das ist schon mal schön. Das Klima ist prima, die Leute rufen in der Regel Fore und lassen bei Bedarf durchspielen. Der Platz ist für Trainings- und Matchzwecke perfekt geeignet, aber natürlich fehlt dem fortgeschrittenen Golfer glegentlich die Weite. Pluspunkt für alle Leute, die in Mitte oder Prenzlauer Berg wohnen: Sie können hier auch locker mal mit dem Fahrrad zum Golf. So soll es sein.   

* Edit – Korrektur: Man kann auch von Rasen abschlagen – am anderen Ende der Range.


 
May 28th, 2008
Lutz
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