Jetzt hatte ich also auch endlich mal eine Trainerstunde! Bislang bin ich ganz vergnügt ohne professionelle Hilfe über die Bahnen gezogen, lediglich meinen Griff hatte Pro Jannis Pohlenz vom GC Groß Kienitz im vergangenen Jahr mal grade gerückt. Der Rest muss “by doing” gelearnt werden – dachte ich mir.

Nun begab es sich aber, dass der Heiland am vergangenen Wochenende persönlich nach Groß Kienitz herab stieg, um dort seine Lehrmethode “Logical Golf” zu präsentieren. Robert Baker heißt er und er ist wohl wirklich einer der internationalen Stars.
Um seine Schulungskünste zu demonstrieren, braucht aber auch so ein Spitzenlehrer ein Versuchskaninchen mit deutlichen Schwächen. Sonst wird der Lehrfortschritt für das Publikum nicht richtig sichtbar. Es überraschte mich also nicht, dass seine Wahl prompt auf mich fiel.
Um es gleich zu sagen: Es wirkt! Nach 20 willenlosen aber konzentrierten Minuten unter der Fuchtel des Meisters aus Südafrika erntete ich sogar Applaus für meine plötzlich überraschend dynamischen Schläge mit dem Eisen 7, die zu Beginn des Unterrichts noch müde Eier über die Range hüpfen ließen.
Robert Baker hatte gleich erkannt, dass es bei mir am Kick mit der Hüfte fehlt. Nicht das ich das nicht schon selber gewusst hätte (dank eines sehr netten Buches von Jody Vasques, dem Caddy von Ben Hogan). Aber hinter das Geheimnis, wie man mit mehr “Drehpower” gegen den Ball haut, bin ich auf dem Autodidaktenweg noch nicht so richtig gekommen.
Um mich auf den echten Weg der Erleuchtung zu bringen, drückte mir Meister Baker zunächst eine rutenartiges, flexibles Stöckchen in die Hand, mit der ich dynamisch herum fuchteln sollte. Das brachte die Hüfte tatsächlich schon mal in Schwung und das Handgelenk im richtigen Augenblick zum Kippen (Drehen, Releasen, was weiß ich…). Anschließend unterstützte er meine Schwungbewegung, indem er mich beim Schwung von hinten mit Dampf in die Kurve drückte.
Um mir auch wirklich jede Skepsis zu nehmen, dass ich auf diesem Weg zum Erfolg kommen würde, fuchtelte Robert Baker dann selber noch ein wenig eindrucksvoll mit der Rute herum, schnappte sich (als Rechtshänder) anschließend meinen (Linkshänder-) Schläger, und haute dann ein paar Bälle raus. 130 Meter Ballflug mögen nicht wirklich überzeugen. Doch Robert Baker schlug nicht nur mit dem für ihn “falschen” Schläger. Er donnerte die Dinger einhändig auf den Platz! Wahrscheinlich ein Trick, den alle Pros ganz am Anfang ihrer Karriere lernen, um armselige Amateure wie mich zum Staunen zu bringen. Der Trick funktioniert.
Anschließend durfte ich dann selber ran und siehe da: Es kickte! Viel weiter, viel knackiger, viel …viel alles. Gluteus maximus rules! Oder auf Deutsch: Der Arsch ist wirklich der wichtigste Muskel beim Golf. Mit dem kommt der Schwung in die Angelegenheit und das war mir bislang noch nicht wirklich klar.

Nachdem Robert Baker und ich uns dann am Ende gegenseitig versichert hatten, dass der Unterricht ja aber so was von eine pleasure gewesen war (fand ich wirklich), ließ er mich allein weiter machen. Er hätte ruhig noch bleiben können, denn ohne den Meister klappte es beim Schüler prompt nur noch halb so gut. Aber egal. Die Umstehenden beteuerten mir, dass das immer so sein, wenn man Unterricht nimmt. Und ich hab jetzt was zum Üben.
Der Kontakt zum professionellen Fotografen, der die Aufnahmen vom Robert Baker Special gemacht hat: hier (bucht ihn, für die Einschulung, Eure Hochzeit – oder wenn ihr zufällig Robert Baker begegnen solltet!!)
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