Pro-Am Turnier BMW International Open 2012
Am 20.06.2012 ergab sich für den gemeinen Hobbygolfer eine fast einmalige Gelegenheit. Auf Einladung von Emirates, einer der Hauptsponsoren, erhielten wir einen Startplatz für das Pro-Am Turnier der BMW International Open 2012 im Golf Club Gut Lärchenhof in Pulheim bei Köln.
Da Alex aus terminlichen Gründen leider nicht spielen konnte, habe ich ihn gerne vertreten. Ich versuche mal hier meine Eindrücke zu schildern, obwohl das schwer ist. Da kommt an so einem Tag einiges zusammen.
Die Aufregung und Freude war im Vorfeld natürlich groß. Was erwartet einen? Mit welchen Pro würde man im Flight spielen? Wie ist das ganze Drum und Dran? Wie spielt sich ein Platz, der für ein Profi-Turnier hergerichtet ist? Wird man 1. Abschlag nervös? Hoffentlich bekommt man ausgerechnet an diesem Tag nicht das große Schwungschlackern. Man weiss es ja nicht und hat keine Vorstellung. Alles neu und wahrscheinlich einmalig.
Am Vorabend des Turniers habe ich die Startzeit und den Pro erfahren, mit dem wir gemeinsam auf die Runde gehen durften und die Aufregungen stieg noch mehr. Das Losglück hatte uns John Daly beschert. Ausgerechnet, der Hammer. Wenn ich mir einen Pro hätte aussuchen dürfen, es wäre John Daly, das Enfant terrible des Golfsports, geworden. Es gibt keinen Golfprofi, der ein bewegteres Leben gelebt hat. Details lassen sich in seiner Autobiografie nachlesen.
Pünktlich zur Startzeit um 8.40 Uhr setzte als kleiner Wermutstropfen der Regen ein und hörte erst auf, als wir das Grün der 16. Spielbahn verließen. 2 trockene Löcher immerhin. Nach 4 Löchern war ich trotz Regenjacke und Schirm bis auf Haut nass. Leider machte es auch das Fotografieren mit dem Telefon nicht leichter, weshalb ich auch nur wenige Bilder liefern kann.

Aber egal, hey, wir reden jetzt nicht mehr vom Wasser. Ich war mit John Daly auf der Runde, da werde ich doch nicht über ein paar Tropfen Wasser jammern.
Und um die Runde mit einem Wort zu beschreiben, sie war “cool”. John Daly stellte sich schnell als lockerer, angenehmer Zeitgenosse heraus. Ein Golfprofi zum Anfassen mit dem man sich auch unterhalten kann. Da hat man ja schon ganz andere Geschichten gehört von Pros, die sich keinen Deut für ihren Flight interessieren und nur nebenher laufen.
Bei uns war das nicht so. Überhaupt war bei mir von Nervosität keine Spur zu finden. Bereits nach 1 Loch fühlte sich die Runde wie eine entspannte Runde auf dem Heimatplatz an. Zusammen mit seinem Caddie waren die gemeinsam verbrachten Stunden ein riesiger Spaß. Zu den bunten Hosen sage ich jetzt mal nichts.

Kleine Randbemerkung. Obwohl John Daly sein ganz wildes Leben wahrscheinlich aufgegeben hat, zwei Leidenschaften sind ihm geblieben. Er hat auf der Runde mindestens 40 Zigaretten geraucht und locker 2 Liter Cola Light getrunken.

Es war interessant einem Profi mal hautnah bei der Arbeit zuzusehen. Jeder Abschlag und jeder lange Schlag wird genau mit dem Caddie besprochen. Die Jungs nehmen sich wirklich viel Zeit für die Schlagvorbereitung.


Und John Daly ist immer noch verdammt lang vom Tee. Die enorme Ausholbewegung im Rückschwung sorgt für ordentlich Weite. An manchen Löchern hat er uns locker 50 Meter abgenommen, obwohl er von den Championtees und wir von Gelb abgeschlagen haben. Puh.
Am meisten beeindruckt hat mich aber sein kurzes Spiel. Hier zeigt sich John als sehr gefühlvoller Spieler. Fast jeder Schlag lag nah am Stock. Und das Putten war einfach nur super.
Überhaupt die Grüns. Die stellten uns Amateure vor die größten Herausforderungen. Schnell ist gar kein Ausdruck. Es braucht schon mehr als 18 Löcher, um sich an so einen schnellen Untergrund zu gewöhnen. Und die Grüns waren wegen der Nässe sicher noch langsam. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was uns bei trockenen Bedingungen erwartet hätte.
Bei diesem Pro-Am wurde nach dem Modus “Par is your Friend” gespielt. In die Wertung kommen nur Birdies. Bei den Amateuren wird die Vorgabe mit einbezogen. Spielt man auf einem Loch ein Par und hat auf diesem Loch einen Schlag als Vorgabe, kommt es als Birdie in die Wertung.
Wie wir letztendlich im Turnier abgeschnitten haben, kann ich leider gar nicht sagen. Wie haben zwar den einen oder anderen Punkt erzielt, aber auf der 18 waren nach der Runde auf einmal so viele Leute um uns herum und es wollten ja noch ein paar Erinnerungsfotos geschossen und Autogramme geschrieben werden, dass wir im Taumel der Hochgefühle ganz vergessen haben zu fragen. Nachher ergab sich leider keine Gelegenheit. An der Siegerehrung am Abend konnte ich leider nicht mehr teilnehmen.
Aber ist mir auch egal. Der ganze Tag war einfach nur toll. Das ganze Drumherum inklusive Verpflegung war perfekt organisiert.
Es ist echt schwer hier alle Eindrücke hinzuschreiben. Ich habe bestimmt einige Dinge vergessen. Vielleicht fallen sie mir wieder ein, wenn ihr ein paar Fragen stellt. Was interessiert Euch noch?
Auf jeden Fall danke ich Emirates (und Alex) für dieses unvergessliche Erlebnis.
5 comments so far!
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Boah, jetzt bin ich echt neidisch! Das hätte ich auch sehr, sehr gerne gemacht. Und dann auch noch mit John Daly, sehr cool!
Und mein Beileid an Alex, der das nicht selber machen konnte, ich denke mir, er hätte da für sein Leben gerne auch selbst mitgespielt.
[...] kleiner Preis, den ich (ebenso wie Blogger-Kollege Karsten Kuhnen, dessen Artikel sich hier findet) gerne bereit war zu zahlen. Schließlich bekommt man nicht jeder Tage die Gelegenheit einen Platz [...]
Netter Bericht. Dass die Pros noch weiter hinten abschlagen als die Amateure und dann noch 50 m länger sind, das ist schon beeindruckend.
[...] diejenigen unter Euch, die letzte Woche in Pulheim bei der BMW International Open noch nicht genug bekommen haben von Profigolf in deutschen Landen den sei in den kommenden drei [...]
Sehr schöner Bericht, danke dafür. Die Hose des Autors ist jedoch modisch, optisch und ästhetisch keinen Deut besser als die von Herrn Daly.
Entweder lang oder Shorts – dazwischen geht gar nicht!