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Das Gute am Golfspiel

“Das Gute am Golfspiel ist, dass man den Maßstab, was auf einer Runde gut oder schlecht ist, immer wieder aufs Neue und vor allem selbst setzen kann. Ich habe drei Monate nicht ein einziges Mal geübt? An dieser Voraussetzung gemessen kann auch eine mittelmäßige Runde ein tolles Erlebnis sein. Ich will nur besser spielen als beim letzten Mal? Ich will nicht schlechter spielen als Alex hier je gespielt hat? Ich will nur ein wenig Bewegung und das Gesicht bräunen – aber jeden Schlag aus vollem Herzen spielen, ganz gleich, ob dann am Ende über oder unter 100 (90, 80) Schläge auf dem Zettel stehen?”

Das ist ein Aspekt von Spielen, den ich beim Tennis oder beim Volleyball nicht kennen gelernt habe. Hier ähnelt Golf dann doch eher Sportarten wie dem Bergwandern. Schade, dass das Jahr 2009 in dieser Hinsicht viel zu schnell vorbei gerast ist.

 
 
 

Ich würde mich nicht schämen…

…und die “five Bucks” sofort entgegen nehmen. Nicht so Natalie Gulbis.

 
 
 

Endlich Hc. -24!

Naja, schön wärs. Alex und ich benötigen aber just dieses Handicap, um im kommenden Jahr gemeinsam am Brandenburgischen 63-Bahnen-an-einem-Tag-Spektakel teilnehmen zu können. Die Vorgabe (bei beiden von uns roundabout 25-26) stimmt aber noch nicht. Was tun? Sachdienliche Hinweise (leichte Turniere in der Umgebung, Mentaltipps, KEINE Ernährungshinweise, Schwungkorrekturen beispielsweise) bitte formlos in die Kommentare.

Das Grundwerk zu diesem Thema, “Endlich einstellig” vom guten Eugen vom Frankenschlag haben wir natürlich schon längst gelesen. Ist natürlich ein “strong buy” für alle Fans, ebenfalls ein “Strong buy” für alle, die nicht wissen, was sie ihrem golfverrückten Partner dieses Jahr unter den Baum legen sollen und mindestens eins “buy” für alle, die ernsthaft mit dem Score unter die magischen 10 wollen.

Wer Eugens Werke noch nicht kennt, sollte sich hingegen langsam ran tasten. Also erst einmal das Grundwerk lesen, sacken lassen, dann ein paar Jahre am eigenen Spiel verzweifeln, dann mit dem Kiffen wieder aufhören und das Zwischenwerk lesen. Anschließend mit dem Großmut jener, die Mitleid mit diesem golfabhängigen und liebenswerten Hessen haben, ein paar Runden richtig befreit und gut spielen (”gottlob gehts mir nicht wie dem…”) und dann, ja dann ist ein guter Zeitpunkt für das Drittbuch. Es ist sein Geld wert.

Wir nun sehen dem Herbst entgegen und Job, Familie und allerlei blöder Mist bewirken, dass wir viel zu wenig spielen. Also bitte…helft uns, die wir keine Zeit zum Trainieren haben. Helft uns, die wir sonderbarerweise das Eisen 8 auf 160 Meter peitschen (also Alex jetzt) und dabei kaum einen Dreiviertel Rückschwung machen. Helft uns, die wir glauben, dass X-Beine beim Abschlag das sind, was Ben Hogan ein “festes hinteres Bein” genannt hat (Lutz). Helft uns, die wir es nicht fertig gebracht haben, in einem Glofclub derart Fuß zu fassen, dass uns Mannschaftsverpflichtungen und gesellschaftliches Gedings beständig auf den Platz und in die Einstelligkeit treiben. Bitte! Verhelft uns zur 24 ohne großen Aufwand! Danke.

 
 
 

Einheitliche Erscheinung

Die Mercedes-Benz Championship läuft und soeben sah das Leaderboard so aus:

1. HANSEN
2. KINGSTON
3. DYSON
4. HANSEN
5. HANSON
6. STENSON

Die PGA steuert offenbar auf einen Einheitsnamen hin. Bedenklich.

 
 
 

Filme gucken # 3

“Caddyshack - Wahnsinn ohne Handicap”

USA 1980, Regie: Harold Ramis

 

Ein erfolgreicher Film, an dem sich die Geister scheiden. Für viele ist Caddyshack “das Golfmovie” schlechthin. Für andere ist der Film eine billig wirkende Produktion, in der ein paar Snobs Golf spielen, derweil der Greenkeeper bei der Jagd nach einem Erdhörnchen den Platz zerstört. Highlight des Films ist der auch im wahren Leben viel Golf spielende Schauspieler Bill Murray, der den zerstörerischen Platzwart darstellt.

Wer sich Caddyshack ansehen will, sollte den Film besser nicht mit der Erwartung in den DVD-Spieler schieben, dass sich nun Golfwelten eröffnen. Vielmehr eröffnet sich eine krass überzeichnete Wohlstandswelt der USA der 80er Jahre, die eine filmische Projektionsfläche für jede Menge Blödsinn darstellt. Für hiesige Golfer aber dennoch allemal interessant sind die Einblicke in die Welt des Caddytums, das hierzulande so gut wie gar nicht existiert.

Für Fans von Bill Murray ist das Werk, von dem es sogar eine Fortsetzung gibt, natürlich ein Muss. Wer aber echten Sport und eine handfeste Handlung liebt, hat mit dem Golf-Nonsense “Caddyshack” definitiv die falsche Wahl getroffen.

Golffaktor: 3/10

Spaß: 7/10

Spannung: 3/10

Gesamtbewertung: keine

 
 
 

Filme gucken # 2

Tin Cup“

USA 1996, Regie: Ron Shelton

Warum muss die Liebe ständig in alle tollen Dinge – wie zum Beispiel ins Golfspiel reinfunken? Sie tut es, auch in diesem feinen Film, in dem Cevin Costner den starrsinnigen Range-Pro Roy McAvoy mimt, der sich in eine Schülerin (Rene Russo) verliebt, die zugleich seine Therapeutin und die Freundin seines ärgsten Golf-Widersachers ist.

Nun – so müssen Filme wohl aufgebaut sein, wenn sie im amerikanischen Kinomarkt punkten wollen. Aber das trübt den Kinospaß nur ein wenig. Seinsationell ist die Einleitung, die die ärmliche Golfrange-Romantik auf eine Weise in Szene setzt, dass jeder golfspielende Manager beim Zusehen überlegen dürfte, ob er nicht den Job tauschen sollte. Ein Gürteltier wandert geruhsam um die Zieltonnen der Driving-Range, die Sonne geht stilvoll unter und der Pro trinkt Bier mit seinen Kumpels und reißt Witze. „Letzte Drinving-Range vor der Wüste“ steht auf dem Schild. Die alten Neonlichter flackern. Männerglück.

Alles ist gut – wäre da nicht diese Frau, dieser Widersacher und die Gewissheit, dass der Range-Pro es bei den Open nicht doch jederzeit allen zeigen könnte, wenn er es wollte. Und er will, was dem Film reihenweise schöne Golfmomemte beschert. Das Highlight ist zweiffellos das Wasserhindernis auf dem letzten Loch, bei dem Held nicht vorlegen mag, auch wenn es sein Score locker erlaubt. Er muss rüber, muss…. auch wenn das eigentlich nicht geht. Wer sich in dieser Szene nicht wiedererkennt, hat noch kein Golf gespielt.

Der schnittigste Golffilm in dieser Auswahl. Punktabzüge gibt es nur für Rene Russo, die sich in die Rolle der aufgewühlt-freudigen Golffreundin eine Spur zu sehr hineingesteigert hat.

Golffaktor: 8/10

Spaß: 5/10

Spannung: 7/10

Gesamtbewertung: 8/10

 
 
 

Filme gucken #1

Ich hab da noch was… kürzlich geschrieben für das Vereinsheft meines Golfclubs. Ein paar Filmkritiken. Und ich sehe keinen Grund, warum ich die nicht in loser Folge auch hier veröffentlichen sollte. Also los gehts. Hier ist Nummer 1:

Das größte Spiel seines Lebens“

USA 2005, Regie: Bill Paxton

Mit diesem Film ging die Kritik überhaupt nicht freundlich um. Mit zuviel Pathos sei Regisseur Paxton bei der Verfilmung dessen zugange gewesen, was sich 1913 tatsächlich ereignete: Dem jugendlichen, amerikanischen Spieler Franicis Ouimet (Shia LaBeouf) gelingt es, bei den amerikanischen Open die damals überragenden und arrivierten englischen Spieler Harry Vardon und Ted Ray zu besiegen. Der Triumph setzte den Grundstein für US-amerikanische Turnierkultur und die Dominanz der USA im internationalen Golfsport. Doch für Cineasten brachte das dem Film keine Punkte.

Nun, für Golffans ist der Film dennoch allemal sehenswert, auch wenn der Regisseur das Klischee des aus kleinen Verhältnissen stammenden Herausfordereres Ouimet tatsächlich recht stark strapaziert. Egal – was Golffreunde interessiert, ist ein spannendes Match, und das bietet der Film wahrlich.

Wer das Vergnügen steigern will, dem sei das Buch „The Greatest Game Ever Played: Harry Vardon, Francis Ouimet, and the Birth of Modern Golf“ von Mark Frost dringend empfohlen, und zwar vor dem Film. Es liegt dem Filmskript zumindest in seiner Grundidee zugrunde und seine Lektüre zeigt, dass sich die Heroen der damaligen Zeit – Vardon, Ray und Ouimet – keinesfalls unähnlich waren in Ihrer ärmlichen Herkunft und ihrer bodenständigen Weltanschauung. Es zeigt eindrücklich die damaligen Differenzen zwischen den „feinen“ Amateuren und den Pros, die damals auch im Golfclub die ungeliebte Arbeiterklasse repräsentierten. Das Buch stellt ausführlich die Lebens- und Arbeitssituationen von Menschen im England des ausgehenden neunzehnten Jahrhundert dar und bietet am Ende eine unglaublich spannende, journalistisch präzise Schilderung des Matches, aus dem Ouimet am Ende siegreich hervorgehen sollte.

Um es kurz zu sagen: Wenn das Buch 100 Punkte verdient, ist der Film mit 50 Punkten gut bedient. Aber: Die Zahl der „echten“ Golffilme“ ist begrenzt und wenn Disney sich schon einmal einer Golfstory annimmt, dann fesselt das ganz sicher zumindest jene, die selber gerne mit Mashie, Niblick und Spoon hantieren.

Golffaktor: 7/10

Spaß: 2/10

Spannung: 6/10

Gesamtbewertung: 6/10

 
 
 

Golfblogger-Cup…the results

Da Alex offenbar zu höflich ist, seinen Triumph hier angemessen darzustellen, übernehme ich das in aller Kürze. Nun denn:

Der Cup-Stifter ist zugleich der erste Champion. Alex kann die schöne Trophäe in seiner Schrankwand Eicherustikal gleich stehen lassen. Er hat zwar nicht den besten Score errungen, das hat erwartungsgemäß the royalandancient Karsten erledigt. Aber Alex hat einen satzungsgemäßen Joker geschossen. Der “nearest-to-the-pin” overruled den Score, so steht es geschrieben…und Alex war nearest. Meinen tiefen Respekt. Am entscheidenden Loch war ich leider nur “nearest-to-the-pond”, also mittendrin und damit wettbewerbstechnisch draußen. Immerhin: So wurde ich noch Dritter (von drei Teilnehmern).

Die Nebenwertungen:

Meine Herausforderung von Karsten (”Dich mach ich naß”) ist in die Hose gegangen. Er hat es geschafft, weniger als 112 Schläge zu benötigen und somit Anspruch auf eine Schlägerwäsche durch mich, das große Maul. Großmütig hat Karsten nach dem Match festgestellt, dass seine Schläger recht sauber seien. Dankeschön.

Bei den Skins-Games, die unser Flight nach Ende des letzten, amtlichen Loches ausspielten, hatte (”langweilig!!”) Alex die Nase vorn. Eine Wettschuld (10 Euro) steht noch aus, Schottenrock! Wettschulden sind Ehrenschulden, auch wenn Dein Schwung der schönste war!

Beim nächtlichen Leuchtballschießen hat Alex dann endlich mal was verkackt. Da gingen ihm die Nerven durch und das Geld an mich.

Allerdings punktete Alex dann gleich darauf in der Sonderwertung “nächtliche Fahrdienste”, indem er mich freundlicherweise noch zu meiner Familie brachte, die in einem gar nicht so nahe gelegenen FDJ-Heim kaserniert war. So kam ich am nächsten Morgen in den Genuss eines tollen Geigenkonzerts und der Familiensegen hängt grade. Details erspar ich euch.

Alles in allem: Danke Alex für die Auslobung des Cups, die Organisation der ersten Ausspielung, das Anleiern von Sponsoren für die Preise und überhaupt. Nur Dein Motorroller ist scheiße.

 
 
 

“Irgendwann wird Golf langweilig”

Hat Oliver Kahn dem Tagesspiegel im Interview gesagt. Im Detail:

“Was ist mit dem Golfspielen, mit Ihrem Ziel, Handicap null zu haben?”

“Handicap null ist kein Ziel, das ist ein Traum. Aber Golf wird irgendwann auch ein bischen öde und langweilig. Ich glaube, dass ich gar nicht mehr so viel Zeit dafür finden werde.”

Beneidenswert. Ich frage mich wie häufig ich spielen müsste, damit es mir zum Hals raus hängt. Im Augenblick fühl ich mich permanent unterspielt. Und unterhopft. Und überhaupt…ich bin schon wieder urlaubsreif!

 
 
 

Hubert Cup zu Gast im GC Munster

Ja, ja, ich habe gefordert und verloren, also schulde ich einen Spielbericht. So steht es in den Regeln, die ich mir auch noch selber ausgedacht habe. Nun gut. Also. Im Grunde alles wie gehabt. Lars hat es uns mal wieder besorgt. Mit nur 4 Schlägern im Bag (H3, E5, E9, Pötter), auf rutschigen Turnschuhen und in einem albernen Ringelpullover hat er uns auf ein Neues die ewigen Regeln des Golfspiels nahe gebracht.

Erkenne Dein Unvermögen. Hadere nicht. Werde besser. Oder auch nicht. Aber habe in jedem Fall Spaß.

Immerhin - wir, also Mark, Norman und ich haben alles beherzigt, was uns mein kleiner Bruder Lars auf unseren entspannten drei Neunlochrunden im ehemaligen “Bristish Army Golf Club of Munster” gelehrt hat. Wir hatten Spaß und haderten nicht!

Ein früher Start brachte uns in den Morgennebel der norddeutschen Tiefebene, wo Golf noch so gespielt wird, wie es sein soll. Keine Sekretariatsdamen. Keine Clubausweise. Keine Bekleidungsvorschriften. Kein anderes Bier.

In Munster ist der Golfclub das, was andernorts der Tennisclub ist. Den Platz bewirtschaftet man in Eigenarbeit, das Greenfee ist auch am Wochenende nicht der Rede wert und das Mittagessen ist herzhaft, günstig und gut. Das Platzniveau ist nicht spitze aber auch keinesfalls unterdurchschnittlich. 9 Loch mit allen Schikanen. Glatte Grüns, enge Par3-Löcher, weite Par5-Bahnen mit Blick auf die “andere Driving Range” (wo die Panzerfahrer üben) und nun, recht neu, auch ein erhabener Abschlag am letzten Loch. Der Teich führt nun sogar Wasser.

Woarauf ich hinaus will: Fahrt nach Munster, wenn Euch der ganze Golfblimbim zum Hals raushängt und ihr den Sport liebt. Nur mal so zum Vergleich: Eine Jahresmitgliedschaft in diesem Club kostet 330 Euro (und 10 Arbeitsstunden) - und Ihr spielt dort beileibe nicht auf dem Acker. 15 Euro Greenfee wochentags, 20 am Wochenende. Parken und Smalltalk mit dem Geschäftsführer inklusive. Das Ding trägt sich …und trotzdem braucht es keine “Teetimes” am Samstag. “Spielt halt…”.

Frage in die Runde… gibt es wohl noch andere Golfclubs, an denen der nicht immer förderliche Zug der Zeit vorbeigegangen ist? Ich würd Sie alle spielen….

Wer in Munster spielen will.. hier gibts ein paar Infos. Aber mehr als die Anfahrtsskizze benötigt Ihr eh nicht. Fahrt einfach hin, geht auf die Wiesen und spielt. Der Rest regelt sich von allein. Viel Spaß!